Das Buch vom Kürbiskern 2005
Als der WZV (Wege-Zweckverband) im letzten Jahr seinen großen Kindergartenwettbewerb "Wer zieht den größten Kürbis?" startete, gab es die erste Überraschung. Die Beteiligung: Von 98 angeschriebenen Kindergärten aus dem gesamten Kreis Segeberg (ohne Norderstedt) machten 70 Kindergärten mit. Sie bekamen von WZV-Kompostberater Karl-Dieter Specht Kürbiskerne, kompostierbare Anzuchttöpfe und ein Kürbistagebuch. Von den WZV-Recyclinghöfen konnten sie sich frischen Kompost holen und loslegen. Erst wurde gesät. Als die Pflanzen kräftig genug waren, wurden sie draußen in WZV-Komposterde gepflanzt. Nun hieß es gießen und zuschauen, wie ein Kürbis entsteht. Im Kürbistagebuch wurde buchgeführt: wie viel Wasser der Kürbis bekommen hat, wie viele Blätter zu sehen sind, wie groß er geworden ist. Ein abgefallenes Blatt wurde auch notiert. Im Herbst, als der Kürbis ausgewachsen war, wurde gemessen, das Ergebnis in das Tagebuch eingetragen und an den WZV geschickt.
Da gab es die zweite Überraschung. Unter den Einsendungen war ein besonders großes, buntes Tagebuch. Kindern aus dem Kinderhort der Kindertagesstätte St. Marien in Bad Segeberg hatten mit ihrer Betreuerin Carolin Tonn nicht nur Notizen gemacht, sondern eine Bildergeschichte erfunden. Pascal Bergmann, Jarryd und Kaycee Arthur und Arved Dolling hatten sich die Geschichte von einem Bauern ausgedacht, der erstaunt den Werdegang von einer leckeren Kürbissuppe bis zum reifen Kürbis verfolgt. Mehrere Wochen haben sie mit eigenen Worten beschreiben und mit tollen Zeichnungen erzählt, was der Bauern erlebt.
"Mit dieser Geschichte können wir alles, was wir mit dem Wettbewerb erreichen wollten, weiterleben lassen", war der Gedanke von Karl-Dieter Specht bei der Auswertung des Wettbewerbes. Ein Buch von Kindern für Kinder, besser kann man den Umwelt- und Recyclinggedanken nicht weitergeben.
Für den gerade vom WZV gegründeten Martin Meiners Förderverein, der im Sinne des langjährigen Vorsitzenden der Verbandsversammlung Jugend und Umweltprojekte fördern will, stand damit das erste Projekt fest: aus der Bildergeschichte soll ein Kinderbuch werden - zum Selberlesen für Kinder, zum Vorlesen für Eltern und Großeltern und für Projekte in Kindergärten und Grundschulen. Gesagt getan. Bei der Gestaltung des Buches wurde an die kleinsten Leser gedacht. Der Text ist in der vom schleswig-holsteinischen Bildungsministerium empfohlenen vereinfachten Ausgangsschrift gesetzt. Vor- und Rückseite sind verstärkt und alle Seiten abwaschbar. Die Ringbindung macht das Buch so flexibel, dass es auch bei starker Beanspruchung nicht auseinander fallen kann.

"Mit diesem Projekt haben wir eine ganz besondere Form der Zusammenarbeit gefunden," stellt Hans-Peter Sager als erster Vorsitzender des Martin Meiners Fördervereins "einen Wettbewerb, bei dem Kinder die Natur erleben und beobachten und ganz kreative Erfindungen machen. Und einen Verein der dafür sorgt, dass gute Ideen weiterverbreitet werden".

Alle an dem Buch Beteiligten hoffen auf reges Interesse. "Der Kürbiskern" wird für 7,50 Euro bei der Buchhandlung C.H. Wäser in Bad Segeberg und an allen WZV-Recyclinghöfen verkauft. Mit dem Erlös wird der Martin Meiners Förderverein ein neues Umweltprojekt unterstützen.