Eine Woche im Roten Holzhaus
„Honig schleudern und Brot backen“
In eine Honigfabrik und eine Brotbackstube hat sich das Rote Holzhaus vom Martin-Meiners-Förderverein (MMFV) eine Woche lang verwandelt. 100 Kindergartenkinder aus Mözen, Hartenholm, Sülfeld und Schackendorf und Grundschüler aus Rickling haben die Welt der Biene entdeckt, Honig geschleudert und den Honig mit großem Appetit auf selbstgebackenen Brötchen verzehrt.

Alle Kinder haben einmal Honig geschleudert und einmal Brot gebacken. Nach dem ersten Durchgang wurde getauscht, sodass jedes Kind am Ende des Vormittages als Experte im „Honig schleudern und Brotbacken“ nach Hause gegangen ist.

Imker Hans Wendelborn aus Goldenbek hat alles für die Honigernte aufgebaut: Honigwaben, Honigschleuder und große Eimer zum Auffangen der goldgelben Ernte. Nebenbei erzählt er den Kindern vom Leben und Arbeiten der Bienen: von Königinnen, Drohnen und Arbeiterinnen. Alle dürfen mit anpacken. Zuerst müssen die Waben vom Wachs befreit werden. „Entdeckeln“ heißt das in der Imkersprache. Jeder darf dann die Honigschleuder in Gang setzen. Gespannt warten alle auf den ersten goldgelben Honigstrahl, wenn er aus der Schleuder in den großen Auffangbehälter fließt.

Die große Küche im Roten Holzhaus hat Karin Möckelmann vom LandFrauenverein Schmalfeld in eine Backstube verwandelt. Hier wird gewogen, gerührt und geknetet, bis ein großer Laib entstanden ist. Aufgeteilt in kleine Portionen, formt jedes Kind sein eigenes Quarkbrötchen. Bestreut mit Sesam, Haferflocken oder Dinkelschrot stellt jedes Kind nach seinem Geschmack sein Brötchen her. Während der Backzeit erklärt Karin Möckelmann warum Vollkornbrot gesünder als Weißbrot ist. Den Unterschied zwischen Schrot und feinem Mehl können die Kinder nach einem Knopfdruck an einer Getreidemühle sehen und erfühlen.

Nach getaner Arbeit wird gekostet: Bei strahlendem Sonnenschein genießen alle zusammen auf der Terrasse des Holzhauses ihre selbst gebackenen Brötchen mit dem frischen Honig. Dazu gibt es frische Äpfel. Imker Wendelborn erklärt den Kindern, dass es Äpfel nur Dank der Bienen gibt. Ohne ihre Bestäubungsarbeit müssten wir nicht nur auf Honig verzichten, sondern auch auf Birnen, Äpfel, Erd- und Himbeeren.

Von Alia Zentel, die beim MMFV eine Freiwilliges Ökologisches Jahr macht, bekommt jedes Kind eine kleine Erinnerung: Mit einem kleinen Honigglas und einem Teilnehmerzertifikat gehen 100 glückliche Kinder als Experten für Honig und Brot nach Hause.


Aufmerksam hören die Waldkinder mit Leiterin Margret Trottenburg aus Hartenholm zu, wenn Imker Hans Wendelborn erklärt, wie die Honigschleudern richtig gedreht wird