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Naturschutz-Aktion vom Martin-Meiners-Förderverein
Grundschul- und Kindergartenkinder bauen 200 neue Nistplätze für Meisen
Die Meisen im Kreis Segeberg können sich auf 200 neue Nistplätze freuen, denn der Run auf die Nistkasten-Aktion 2015 vom Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte e.V. (MMFV) ist riesig: 72 Kindergärten und 23 Schulen machen mit. Die Lütten vom Kindergarten „Beste Freunde“ in Sülfeld hatten sich bestens auf den Auftakt der Naturschutzaktion vorbereitet.

Sie begrüßten den Vorsitzenden des Martin-Meiners-Födervereins, Hans Peter Sager, mit einem Frühlingslied. Im Sonnenschein schmetterten alles zusammen das Lied „Kleine Meise, kleine Meise, sag wo kommst du denn her?“ Danach gingen die vierjährigen „Frösche“ ans Werk und zeigten ihr handwerkliches Können. Geschickt hämmerten sie zwei Meisenkästen zusammen, die sie nach getaner Arbeit sofort aufhängen wollten.

Bevor Rück- und Seitenwände, die Frontplatte mit Einflugloch und das Dach zusammengehämmert werden, müssen die Kinder die Bauanleitung studieren. Bunte Zeichnungen zeigen ihnen, wie es Schritt für Schritt zum fertigen Meisenkasten geht.
Aufgehängt in drei Metern Höhe bietet der Nistkasten dann den Bewohnern genug Schutz vor Fressfeinden. Das Flugloch sollte nach Südosten ausgerichtet sein, um Regen und starkem Wind abzuhalten. Mit bunt bemalt mit Farbe, wird der Nistkasten zum Blickfang – nicht nur für Meisen, sondern auch für die Kinder. Sie können nun Jahr für Jahr beobachten, was sich in und um ihren Meisenkasten tut.

Wahrscheinlich wird eine Kohlmeise, die in Deutschland am häufigsten vorkommende Art, einziehen. Aber auch andere Höhlenbrüter wie Kleiber, Gartenrotschwanz und Sperling interessieren sich für diesen Wohnraum. Meisen bauen ihr Nest wie einen Napf, der mit Tierhaaren und Wolle fein ausgelegt wird. Gebrütet wird ein- bis zweimal, zwischen März und Juni. Das Weibchen kümmert sich um die Brut, das Männchen sorgt für Nahrung. Nach 16 bis 22 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest und suchen in nahegelegenen Büschen Schutz.

Im Herbst muss der Kasten einmal gereinigt werden, in dem das Nistmaterial vollständig entfernt wird. Jetzt wird es noch einmal spannend für die Kinder. Wenn sie genau hinschauen, können sie am Nestbau und an den Schalenresten erkennen, welche Vogelart den Kasten bewohnt hat. Auch im Winter bleibt der Kasten nicht ungenutzt: er ist Schlafplatz für die Meisen und bietet Schutz vor Sturm und Schnee

„Mit unseren Nistkastenaktionen bringen wir Naturschutz und Naturerlebnisse für Kinder ganz konkret zusammen: Die heimische Vogelwelt wird geschützt und gleichzeitig entsteht ein von den Kindern selbst gebauter, belebter Nistkasten, der das ganze Jahr eine erlebnisreiche Beobachtungsstätte ist.“, so Hans Peter Sager, der sich besonders darüber freut, dass 20 Kindergärten und drei Schulen aus Norderstedt mitmachen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Heimatverein Kreis Segeberg haben mit ihren Spenden dazu beigetragen, dass die Bausätze kostenlos vergeben werden können. Hergestellt haben sie Menschen mit Behinderungen, die in den Werkstätten des Eiderheims in Flintbek arbeiten.

In den nächsten Tagen werden die Meisenkästen als Bausatz geliefert. Beim Zusammenbauen gibt es für Schule und Kindergarten Hilfe von Sebastian Kinne, der beim Martin-Meiners-Förderverein ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert. Dieses Angebot nehmen 17 Kindergärten und eine Schule an.


Fertig!Lasse und Raphael präsentieren stolz den selbst gebauten Meisenkasten, den sie am liebsten sofort draußen aufhängen würden.


Geschickt zimmert Mattes einen Meisenkasten zusammen. Sebastian Kinne, FÖJ-ler beim MMFV, muss nur ein bisschen festhalten


Im Werkraum im Kindergarten „Beste Freunde“ wird gehämmert: (von vorne) Die vierjährigen Raphael, Lasse und Mattes. Hans Peter Sager und Sebastian Kinne müssen nur wenig helfen