„Deckel gegen Polio“ – 500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung
Martin-Meiners-Förderverein erweitert Sammelsystem für Sozialprojekte
Was haben Kunststoffdeckel, Impfungen und Kinderlähmung miteinander zu tun? „Ganz viel!“, so der Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte.
Zu seinem 10-jährigen Jubiläum gibt es deshalb den Startschuss für die Sammlung „Deckel gegen Polio“. Ab sofort nehmen alle WZV-Recyclinghöfe Kunststoffverschlüsse von Flaschen und Tetra Packs für ein Leben ohne Kinderlähmung entgegen.

Kunststoffdeckel bestehen aus hochwertigem, recyclingfähigen Polyethylen. Sie werden von Recyclingbetrieben gern abgenommen. Der Erlös der Deckelsammlung kommt der Kampagne „End Polio Now“ zugute, die damit weltweit Impfungen gegen Kinderlähmung finanziert. Ein Deckel wiegt rund zwei Gramm. 500 Stück entsprechen etwa einem Kilogramm. „Sie decken die Kosten von einer lebensnotwendigen Impfung.“, berichtet Sebastian Kinne (Freiwilliges Ökologisches Jahr) den 60 Gästen der Jubiläumsveranstaltung des MMFV, zu der auch seine vier Vorgängerinnen gekommen waren.

Kinderlähmung, auch Poliomyelitis genannt, ist eine hoch ansteckende Krankheit, die vor allem Kinder unter fünf Jahren, aber auch Erwachsene befallen kann. Der Virus verursacht dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen. Die Krankheit verläuft oft tödlich, wenn die Atemmuskulatur befallen wird. Polio ist unheilbar, doch mit nur einer Impfung kann ein lebenslanger Schutz erreicht werden.

Im Kampf gegen Kinderlähmung sind bereits überzeugende Erfolge errungen worden. Nord-und Südamerika wurden 1994 als von Polio befreit erklärt, die Westpazifikregion 2000 und Europa 2002. Nur noch in drei Ländern, in Nigeria, Afghanistan und Pakistan, kommt das Virus derzeit fei vor. Doch um weltweit dauerhaft gegen Polio zu schützen, müssen die Impfmaßnahmen weitergeführt werden. Die Rückkehr des Virus wäre katastrophal.

Die Idee hinter dem Deckel-Projekt ist einfach. Jeder kann mitmachen und Deckel von Ein- und Mehrwegflaschen, Shampoo-Flaschen, Zahnpastatuben, Tetra Paks oder auch die Verpackungen von Überraschungseiern sammeln und dann auf einem der WZV-Recyclinghöfe abgeben.

Für den Martin-Meiners-Förderverein, der das Sammelsystem für Sozialprojekte 2006 auf den WZV-Recyclinghöfen ins Leben gerufen hat, ergänzen die Kunststoffdeckel jetzt die Sammlung von Korken, Handys und Kinderspielzeug: Die Handys kommen dem Freiwilligen Ökologischen Jahr in Schleswig-Holstein zugute. Die Korken helfen Menschen mit Behinderungen, die in der Diakonie in Kehl arbeiten, das Spielzeug ist für die ToysCompany Norderstedt. Dort arbeiten Langzeitarbeitslose das Spielzeug wieder auf und organisieren die Logistik.


(v. li.) Zum 10-jährigen Jubiläum des MMFV gab es den Startschuss für „Deckel gegen Polio“
Von den ehemaligen FÖJ-lerinnen Jule Zeymer, Sophie Schrape, Saskia Troegel,
Lydia Puttkamer, dem ersten Vorsitzenden des MMFV Hans Peter Sager und FÖJ-ler Sebastian Kinne